SOC 2 Report: Was Unternehmen über SOC 1 und SOC 2 wissen müssen
Stell dir vor: Ein potenzieller Großkunde fragt in der ersten E-Mail nach deinem SOC-2-Bericht. Oder dein Wirtschaftsprüfer will wissen, ob euer Lohnabrechnungsdienstleister einen SOC-1-Bericht nach ISAE 3402 vorweisen kann. Für viele ist das der Moment, in dem sie zum ersten Mal von SOC 1 und SOC 2 hören und sich fragen: Was ist das eigentlich?
Ein SOC-Report ist ein unabhängiger Prüfbericht eines Wirtschaftsprüfers, der dokumentiert, ob die internen Kontrollen eines Dienstleisters zuverlässig funktionieren. SOC-Berichte sind längst kein Nischenthema mehr. Wer heute mit Cloud-Diensten arbeitet, externe IT-Dienstleister einsetzt oder selbst Software as a Service anbietet, kommt an ihnen kaum vorbei. In vielen Branchen ist ein aktueller SOC 2 Type II Report heute eine Voraussetzung, um überhaupt an Enterprise-Ausschreibungen teilnehmen zu können.
Dieser Artikel erklärt:
- was hinter SOC 1 und SOC 2 steckt
- worin sie sich unterscheiden
- wie ein SOC-Bericht aussieht
- welche Rolle ISAE 3402 spielt und
- was du beim Prüfen von Dienstleistern beachten musst
Wofür steht SOC 1 & SOC 2?
SOC steht für System and Organization Controls und bezeichnet ein Rahmenwerk zur unabhängigen Prüfung interner Kontrollen bei Dienstleistungsunternehmen. Herausgeber ist das AICPA (American Institute of Certified Public Accountants), der Berufsverband der US-Wirtschaftsprüfer.
Die Grundidee ist einfach: Ein unabhängiges, lizenziertes Prüfunternehmen untersucht, ob ein Dienstleister seine eigenen Kontrollversprechen tatsächlich einhält und gibt dazu eine fachliche Stellungnahme ab. Kunden und deren Wirtschaftsprüfer erhalten so eine verlässliche Einschätzung, ob ihre Daten und Prozesse beim Dienstleister angemessen geschützt sind. Das übergeordnete Ziel ist also, durch den Report Transparenz herzustellen.
Innerhalb des Frameworks gibt es drei Berichtstypen:
- SOC 1 Report – prüft Kontrollen, die für die Finanzberichterstattung der Kunden relevant sind
- SOC 2 Report – prüft Kontrollen rund um Informationssicherheit, Verfügbarkeit und Datenschutz
- SOC 3 Report – eine stark verkürzte Version eines SOC-2-Berichts, die veröffentlicht werden darf
Im Geschäftsalltag sind zwei Varianten am relevantesten: SOC 1 und SOC 2. Besonders der SOC 2 Report hat sich weltweit als Standardnachweis für die Sicherheit von Cloud- und SaaS-Anbietern etabliert. Viele Unternehmen verlangen ihn heute bereits im Rahmen von Vendor-Risk-Assessments oder Enterprise-Ausschreibungen.
Wer verstehen möchte, SOC 1 vs SOC 2, muss daher zunächst klären, welches Risiko geprüft wird: finanzielle Integrität oder Datensicherheit.
Was ist SOC 1?
SOC 1 richtet sich an Unternehmen, deren Dienstleistungen direkt die Finanzberichterstattung ihrer Kunden beeinflussen. Die zentrale Frage lautet: Sind die internen Kontrollen des Dienstleisters so gestaltet und wirksam, dass wesentliche Fehler in den Jahresabschlüssen der Kunden verhindert oder erkannt werden?
Typische Anwender sind:
- Lohnabrechnungsdienstleister
- Zahlungsabwickler
- Buchhaltungssoftware-Anbieter
- Rentenverwaltungen und
- Treuhandgesellschaften
Kurz gesagt: Wer Finanzdaten verarbeitet, die in den Büchern seiner Kunden auftauchen, braucht in der Regel einen SOC-1-Report oder einen ISAE-3402-Bericht.
Ein SOC 1-Report unterscheidet zwischen zwei Prüftiefenstufen:
SOC 1 Typ I bewertet das Design der Kontrollen zu einem bestimmten Stichtag. Es ist eine Momentaufnahme und eignet sich als Einstieg für Organisationen, die erstmals geprüft werden. Die Prüfung dauert typischerweise 1 bis 3 Monate.
SOC 1 Typ II geht deutlich weiter: Hier wird zusätzlich die operative Wirksamkeit der Kontrollen über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten getestet. SOC 1-Typ II ist der Marktstandard. Kunden und deren Prüfer erwarten in der Regel jährlich aktualisierte Typ-II-Berichte.
Was ist SOC 2?
Ein SOC 2 Report ist der relevanteste Prüfstandard für Unternehmen, die Kundendaten verarbeiten, speichern oder übertragen. Anders als SOC 1 geht es hier nicht um Finanzberichterstattung, sondern um Datensicherheit, Verfügbarkeit und operative Integrität. Grundlage des SOC 2-Reports sind die fünf Trust Service Criteria (TSC) des AICPA:
- Security (Sicherheit) ist das einzige Pflichtkriterium und bildet die Basis jeder SOC-2-Prüfung. Es stellt sicher, dass Systeme vor unbefugtem Zugriff, Offenlegung und Beschädigung geschützt sind.
- Availability (Verfügbarkeit) prüft, ob Systeme wie vertraglich zugesichert betriebsbereit und erreichbar sind. Relevant für Backup-Strategien, Disaster Recovery und Business Continuity.
- Processing Integrity (Verarbeitungsintegrität) stellt sicher, dass Datenverarbeitung vollständig, korrekt, zeitgerecht und autorisiert erfolgt. Besonders wichtig für FinTech und Zahlungsdienstleister.
- Confidentiality (Vertraulichkeit) schützt sensible Informationen wie Geschäftspläne oder geistiges Eigentum über den gesamten Lebenszyklus.
- Privacy (Datenschutz) regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten und ist mit acht Unterkategorien das komplexeste Kriterium.
Auch beim SOC 2 Report gibt es Prüfungsvarianten:
SOC 2 Typ I: Stichtagsbewertung, erreichbar in 6 Wochen bis 3 Monaten und
SOC 2 Typ II: Beobachtungszeitraum von 3 bis 12 Monaten. Ein SOC 2 Type II Report gilt als Marktstandard und wird von Enterprise-Kunden typischerweise erwartet.
Typische Anwender, die einen SOC 2 Report verlangen sind:
- SaaS-Unternehmen
- Cloud-Infrastruktur-Anbieter
- IT-Managed-Service-Provider
- HealthTech- und FinTech-Firmen
Warum ist ein SOC 2 Report für Cloud-Dienste wichtig?
Stell dir vor, du beauftragst einen Handwerker und darfst seine Werkstatt nie betreten, seine Werkzeuge nie prüfen und seinen Referenzen nie nachgehen. Genau das passiert täglich, wenn Unternehmen Cloud-Dienste nutzen. Kein physischer Zugang, keine eigene Prüfmöglichkeit. Der SOC 2 Report ist die Antwort auf dieses Vertrauensproblem: Ein unabhängiger Prüfer übernimmt die Inspektion und dokumentiert das Ergebnis schwarz auf weiß in einem SOC 2 Report. Er liefert also einen unabhängigen Nachweis über die Implementierung von Sicherheitskontrollen eines Cloud- und SaaS-Anbieters. Der Bericht dokumentiert detailliert, welche Maßnahmen zum Schutz von Daten, Systemen und Prozessen existieren und ob diese über einen definierten Zeitraum tatsächlich wirksam waren.
Das ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Cloud-Anbieter verarbeiten täglich Millionen sensibler Datenpunkte ihrer Kunden, von Zugangsdaten über Finanztransaktionen bis hin zu Gesundheitsinformationen. Ohne unabhängige Prüfung bleibt das Vertrauen in diese Systeme eine Frage des guten Glaubens. Der SOC 2 Report macht daraus eine nachprüfbare Tatsache.
Die wirtschaftliche Relevanz ist ebenso konkret: Laut ISC2 Supply Chain Risk Survey 2025 nennen ein Großteil der befragten der Unternehmen die Einhaltung von Standards wie SOC 2 als ihre wichtigste Anforderung an Lieferanten. Im Finanzsektor ist der Anteil noch größer. Unternehmen ohne SOC 2 werden in Enterprise-Ausschreibungen zunehmend automatisch ausgeschlossen.
Kurz gesagt: Der SOC 2 Report ist für Cloud-Anbieter heute weniger ein freiwilliger Compliance-Nachweis als eine Marktzugangsvoraussetzung.
Was ist ein SOC-Report – und wie sieht er aus?
Ein SOC 2 Report ist kein Zertifikat und kein einfaches Prüfsiegel. Er ist ein detaillierter Prüfberocht eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers. der schwarz auf weiß dokumentiert, wie ein Unternehmen seine internen Kontrollen gestaltet und über einen gewissen Zeitraum gelebt hat. Wer das verstanden hat, liest SOC-Berichte völlig anders.
Der Bericht gliedert sich in vier Hauptabschnitte:
- Abschnitt 1 enthält die Stellungnahme des unabhängigen Prüfers, das Herzstück des Berichts. Hier gibt der Wirtschaftsprüfer sein Urteil ab: uneingeschränkt (der Idealfall), eingeschränkt oder versagend. Der Prüfer bewertet, ob die beschriebenen Kontrollen angemessen gestaltet sind und, bei einem SOC 2 Type II Report, auch über den Prüfzeitraum wirksam funktioniert haben.
- In Abschnitt 2 bestätigt die Geschäftsleitung formal, dass die im Bericht beschriebenen Systeme, Prozesse und Kontrollen korrekt dargestellt sind und den Anforderungen der Trust Services Criteria
- Abschnitt 3 liefert eine detaillierte Systembeschreibung inklusive Infrastruktur, Software und organisatorischer Prozesse. Für Kunden ist dieser Teil besonders wichtig, um zu prüfen, welche Systeme tatsächlich im SOC-2-Scope enthalten sind.
- Abschnitt 4 enthält die Kontrollziele mit Testverfahren, Ergebnissen und etwaigen Ausnahmen in Tabellenform und ist damit der Umfangreichste Teil des Berichts.
Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: SOC-Berichte unterliegen einer eingeschränkten Weitergabe. Sie dürfen nur an das Management, Kunden, deren Prüfer und berechtigte Dritte weitergegeben werden, in der Regel unter NDA. Wer einen SOC-2-Bericht auf seiner Website veröffentlichen möchte, braucht dafür den vereinfachten SOC 3.
Was hat ein SOC 1 Report mit ISAE 3402 zu tun?
Wer in Europa mit SOC-Berichten arbeitet, stößt früher oder später auf den Begriff ISAE 3402. Kein Wunder, denn ISAE 3402 ist das internationale Pendant zu SOC 1 und in Europa der dominierende Standard für die Prüfung finanzrelevanter Kontrollen bei Dienstleistern.
Herausgeber ist das IAASB (International Auditing and Assurance Standards Board), ein unabhängiges Gremium unter dem Dach der International Federation of Accountants (IFAC).
Inhaltlich sind ISAE 3402 und SOC 1 weitgehend identisch
- Beide prüfen Kontrollen, die für die Finanzberichterstattung der Kunden relevant sind
- beide kennen Typ I und Typ II, und
- beide verlangen eine Management-Erklärung sowie eine detaillierte Systembeschreibung.
Der wesentliche Unterschied liegt in der geografischen Verbreitung: SOC 1 dominiert in den USA, ISAE 3402 in Europa und international.
Für global tätige Unternehmen gibt es eine praktische Lösung: Viele Prüfungsgesellschaften erstellen kombinierte SOC-1/ISAE-3402-Berichte, die beide Standards in einer einzigen Prüfung abdecken. Das spart Zeit, Kosten und doppelten Aufwand.
Für SOC 2 existiert übrigens ein eigenes internationales Pendant: ISAE 3000.
SOC 1 vs. SOC 2 – Der direkte Vergleich
Die Begriffe SOC 1 und SOC 2 klingen ähnlich, verfolgen aber grundlegend unterschiedliche Ziele. Die einfachste Faustregel: Wer Finanzdaten verarbeitet, braucht SOC 1. Wer Kundendaten schützt, braucht einen SOC 2 Report.
| SOC 1 | SOC 2 | |
| Fokus | Kontrollen für Finanzberichterstattung | Kontrollen für Datensicherheit & IT-Kontrollen |
| Prüfkriterien | Individuell definierte Kontrollziele | Standardisierte Trust Service Criteria |
| Zielgruppe | Wirtschaftsprüfer & CFOs | Security-Teams, Einkäufer, Regulatoren |
| Typische Branchen | Payroll, Buchhaltung, Finanzdienstleister | SaaS, Cloud, IT-Dienstleister |
| Internationales Pendant | ISAE 3402 | ISAE 3000 |
Ein wichtiger Punkt, der oft überrascht: Beide Standards können gleichzeitig notwendig sein. Ein FinTech-Unternehmen, das Zahlungen verarbeitet und dabei sensible Kundendaten speichert, benötigt in der Regel beide Berichte. Auch große Payroll-Anbieter unterhalten parallel SOC-1- und SOC-2-Typ-II-Berichte.
Die gute Nachricht: Viele Kontrollen überschneiden sich. Zugriffsmanagement, Change Management und Monitoring können in beiden Prüfungen gemeinsam genutzte Evidenz liefern, was den Gesamtaufwand deutlich reduziert.
SOC 2 Type II vs. ISO 27001
Sowohl SOC 2 Type II als auch ISO 27001 adressieren die Informationssicherheit, unterscheiden sich aber grundlegend in Methodik, Ergebnis und Marktrelevanz. Die oft gefragte Frage lautet: Welchen Standard brauche ich? Die ehrliche Antwort: Es lässt sich nicht pauschal beantworten.
Während ISO 27001 ein zertifizierbarer Managementstandard für Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS) ist, handelt es sich beim SOC 2 Report um einen unabhängigen Prüfbericht über konkrete Sicherheitskontrollen eines Unternehmens.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
| SOC 2 Type II | ISO 27001 | |
| Ergebnis | Prüfbericht (SOC 2 Report) | Zertifikat |
| Prüfgegenstand | Kontrollen eines Services oder Systems | Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) |
| Prüfmethodik | Test der Kontrollen über einen Zeitraum | Audit des Managementsystems |
| Prüfkriterien | Trust Services Criteria des AICPA | ISO/IEC 27001 Standard |
| Gültigkeit | Jährliche Erneuerung | 3 Jahre + jährliche Überwachungsaudits |
| Geografische Stärke | USA & Nordamerika | Europa, Asien-Pazifik, global |
| Typischer Treiber | Enterprise-SaaS-Deals | Regulatorische Anforderungen |
Der entscheidende Unterschied liegt im Prüfansatz. Ein SOC 2 Type II Report dokumentiert detailliert, wie Sicherheitskontrollen über einen bestimmten Zeitraum tatsächlich funktioniert haben. ISO 27001 bestätigt hingegen, dass ein Unternehmen ein strukturiertes Informationssicherheitsmanagementsystem etabliert hat, gibt aber keine Aussagen über dessen operative Wirksamkeit.
In vielen Unternehmen ergänzen sich beide Nachweise. Ein SOC 2 Report bietet Kunden detaillierte Transparenz über konkrete Sicherheitskontrollen eines Dienstleisters, während ISO 27001 die organisatorische Governance der Informationssicherheit bestätigt.
Dazu kommt der Marktzugang: Wer primär im US-amerikanischen oder internationalen SaaS-Markt verkauft, kommt mit einem SOC 2 Type II Report deutlich weiter als mit einem ISO-Zertifikat. Wer später nach Europa oder Asien expandiert, kann ISO 27001 ergänzen. Da sich beide Standards inhaltlich überschneiden, ist der zusätzliche Aufwand überschaubar.
Vorteile eines SOC 2 Reports für SaaS-Anbieter
Für SaaS-Unternehmen ist der SOC 2 Report längst kein Nice-to-have mehr. Er ist ein handfester Wettbewerbsvorteil und in vielen Fällen die Voraussetzung dafür, überhaupt in Enterprise-Ausschreibungen berücksichtigt zu werden.
Ein SOC 2 Report bringt für Saas-Unternehmen mehrere konkrete Vorteile:
- Kürzere Sales-Zyklen: Mehr als die Hälfte der B2B-Käufer thematisiert Sicherheit bereits im ersten Verkaufsgespräch. Ein vorliegender SOC-2-Typ-II-Bericht schafft sofort Vertrauen, beantwortet offene Sicherheitsfragen und beschleunigt die Entscheidung auf Kundenseite erheblich.
- Weniger Aufwand bei Vendor Questionnaires: Statt individuell 70 und mehr Sicherheitsfragen zu beantworten, reicht ein Verweis auf den SOC-2-Bericht. Das spart intern erheblich Zeit und beschleunigt die Vendor-Qualifizierung auf Kundenseite.
- Voraussetzung für Enterprise-Deals: Große Unternehmen fordern zunehmend einen SOC 2 Typ II Report als Mindestanforderung vor Vertragsabschluss. Wer ihn nicht vorweisen kann, wird in vielen Ausschreibungen gar nicht erst eingeladen.
- Bessere interne Sicherheitsprozesse: Die Vorbereitung auf ein SOC-2-Audit erzwingt die Formalisierung von Sicherheitsrichtlinien, klare Kontrollverantwortlichkeiten und regelmäßiges Monitoring.
Kurz gesagt: Der SOC 2 Report zahlt sich nicht nur nach außen aus, sondern macht das Unternehmen intern messbarer sicherer.
Praktischer Tipp: Wie kann man einen SOC 2 Report von Dienstleistern prüfen?
Einen SOC 2 Report vom Dienstleister zu erhalten ist eine Sache. Ihn richtig zu lesen eine andere. Wer weiß, worauf es im Rahmen des Vendor Risk Managements ankommt, erkennt auf den ersten Blick, ob ein Bericht wirklich Vertrauen rechtfertigt oder nur gut aussieht.
Fünf Punkte, die beim Prüfen zählen:
- Gültigkeitszeitraum: Ein Bericht älter als 12 Monate gilt in vielen Unternehmen als veraltet. Achte auf das Enddatum des Prüfzeitraums eines SOC 2 Typ II Berichts, nicht auf das Ausstellungsdatum.
- Scope: Die Systembeschreibung in Abschnitt 3 des SOC 2 Berichts zeigt, welche Systeme und Dienste tatsächlich geprüft wurden. Nicht jeder Teil des Unternehmens ist automatisch Bestandteil des Audits. Deckt der Scope exakt die Dienste ab, die du nutzt?
- Einbezogene Trust Service Criteria: Der SOC 2 Report kann unterschiedliche Kriterien enthalten. Pflichtkriterium allein ist Security. Wenn dir beispielsweise Verfügbarkeit wichtig ist, muss Availability im Bericht enthalten sein. Security allein reicht dann nicht.
- Auditor Opinion analysieren: Alles außer „uneingeschränkt“ sollte genauer analysiert werden.
- Ausnahmen und Management-Antworten: Im Abschnitt Tests of Controls dokumentieren Prüfer mögliche Abweichungen. Einzelne Ausnahmen sind in komplexen IT-Umgebungen nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist, wie viele Abweichungen vorliegen, welche Kontrollen betroffen sind und wie das Management darauf reagiert hat.
Extra Tipp: Ein oft übersehener Abschnitt sind die Complementary User Entity Controls (CUECs). Diese beschreiben Kontrollen, die du als Kunde selbst umsetzen musst, damit die Kontrollen des Dienstleisters wirksam bleiben. Wer sie ignoriert, trägt das Restrisiko selbst.
Fazit: SOC 1 und SOC 2 als Vertrauensnachweis im digitalen Geschäftsverkehr
SOC 1 und SOC 2 sind keine bürokratischen Compliance-Dokumente, sondern strategische Instrumente im digitalen Geschäftsverkehr. SOC 1 schützt die finanzielle Integrität, der SOC 2 Report die operative Sicherheit und das Vertrauen der Kunden.
Für viele Cloud- und SaaS-Anbieter ist insbesondere ein SOC 2 Type II Report heute ein entscheidender Vertrauensnachweis gegenüber Enterprise-Kunden. Unternehmen nutzen ihn sowohl im Vendor Risk Management als auch im Rahmen von Sicherheits- und Compliance-Audits.
Die Wahl des passenden Standards hängt letztlich davon ab,
- welche Daten ein Unternehmen verarbeitet
- welche Prozesse es für Kunden übernimmt und
- welche Anforderungen Kunden oder Regulatoren stellen.
In vielen Fällen werden daher SOC-1- und SOC-2-Reports parallel eingesetzt, insbesondere bei Plattformen, die sowohl finanzrelevante Prozesse als auch sensible Kundendaten verarbeiten.
Wer mit Cloud- oder IT-Dienstleistern arbeitet, sollte daher nicht nur wissen, was ein SOC-Report ist, sondern auch wie ein SOC-2-Report zu lesen und zu bewerten ist.
- Benötigt Ihr Unternehmen einen SOC 2 Report, um Enterprise-Kunden zu bedienen?
- Oder müssen die Kontrollen Ihrer Dienstleister im Rahmen eines SOC-1- oder ISAE-3402-Audits nachgewiesen werden?
Wollen Sie wissen, welcher SOC-Standard für dein Unternehmen der richtige ist? Sprechen Sie uns an.
FAQ – SOC 2 Report
Was ist der Unterschied zwischen SOC 1 und SOC 2?
Der Unterschied zwischen SOC 1 und SOC 2 liegt im geprüften Risiko.
SOC 1 Reports prüfen interne Kontrollen eines Dienstleisters, die die Finanzberichterstattung seiner Kunden beeinflussen. SOC 2 Reports prüfen dagegen Kontrollen zur Informationssicherheit, Systemverfügbarkeit und Datenverarbeitung.
Kurz gesagt:
SOC 1 ist relevant für finanzrelevante Prozesse, während ein SOC 2 Report die Sicherheit und Zuverlässigkeit von IT-Systemen und Kundendaten bewertet.
Was ist ein SOC 2 Report?
Ein SOC 2 Report ist ein unabhängiger Prüfbericht eines Wirtschaftsprüfers, der bewertet, ob ein Unternehmen angemessene Kontrollen zum Schutz von Daten, Systemen und IT-Prozessen implementiert hat und diese wirksam betreibt.
Der Bericht basiert auf den Trust Services Criteria des AICPA, die fünf Kontrollbereiche definieren:
Security
Availability
Processing Integrity
Confidentiality
Privacy
Ein SOC 2 Report ist kein Zertifikat, sondern ein detaillierter Prüfbericht, der dokumentiert, wie Sicherheitskontrollen gestaltet und getestet wurden.
Was ist der Unterschied zwischen SOC 2 Type I und Type II?
Der Unterschied zwischen SOC 2 Type I und SOC 2 Type II liegt im Prüfzeitraum.
Ein SOC 2 Type I Report bewertet das Design der Sicherheitskontrollen zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Ein SOC 2 Type II Report prüft zusätzlich, ob diese Kontrollen über einen längeren Zeitraum tatsächlich wirksam funktioniert haben.
Der Prüfzeitraum eines SOC 2 Type II Reports liegt typischerweise zwischen 3 und 12 Monaten. Daher gilt Type II in der Praxis als der aussagekräftigere Standard und wird von vielen Enterprise-Kunden erwartet.
Was ist ISAE 3402?
ISAE 3402 ist ein internationaler Prüfstandard für interne Kontrollen bei Dienstleistungsunternehmen, die Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung ihrer Kunden haben.
Der Standard wird vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) herausgegeben und gilt als internationales Pendant zu einem SOC-1-Report.
Inhaltlich prüfen sowohl SOC 1 als auch ISAE 3402 die Gestaltung und Wirksamkeit von Kontrollen bei Dienstleistern, die für die Jahresabschlussprüfung ihrer Kunden relevant sind.
Wie lange dauert ein SOC 2 Audit?
Die Dauer eines SOC 2 Audits hängt vom gewählten Berichtstyp ab.
Ein SOC 2 Type I Audit dauert typischerweise 6 Wochen bis etwa 3 Monate, da hier nur das Design der Kontrollen zu einem bestimmten Zeitpunkt bewertet wird.
Für einen SOC 2 Type II Report kommt zusätzlich ein Beobachtungszeitraum hinzu, in dem die Wirksamkeit der Kontrollen getestet wird. Dieser Zeitraum beträgt in der Regel 3 bis 12 Monate.
Unternehmen sollten daher für eine erstmalige SOC-2-Type-II-Prüfung insgesamt etwa 6 bis 12 Monate einplanen. Die Dauer der Vorbereitung, und Implementierung eines internen Kontrollsystems variieren jedoch. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag: Was ist ein IKS?



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